13. Februar 2018 simplyjulia

Mittlerweile nutzt er jeden Anlass, um ihr etwas zu schenken. Manchmal braucht er dafür nicht einmal den Anlass. Aber nicht nur das. Mittlerweile reicht ein Geschenk nicht. Viele müssen es sein und teuer. Denn an ihnen misst sie seine Liebe und Anerkennung. Wenn es nicht das ist, was sie sich gewünscht, bei anderen gesehen oder bereits im Voraus ausgesucht hat, ist sie enttäuscht. Oder er vergisst es einfach. „Ach, heute ist Valentinstag? Schatz, geh doch bitte in die Stadt und such dir was nettes aus. Hier sind Zweihundert.“ Und sie nimmt ihm den Schein aus der Hand. Und sie geht….

1. Februar 2018 simplyjulia

Meine Jacke gleitet über meine Schultern und fällt zu Boden. Ich lasse mich auf die Couch fallen und in meinem Kopf dreht sich alles. Tausende von Eindrücken, die auf mich einprasseln, Erinnerungen, Bruchstücke. Der ganze Tag läuft vor meinem inneren Auge ein zweites Mal ab, wie im Film. Einmal Popcorn bitte! Die Welt ist ein Jahrmarkt. Und die Menschen sind Marionettenpuppen. Es kommt mir vor, als wär alles ein Spiel. Und ich, ein Teil von allem. Inszeniert. Ich atme tief. Was muss ich als nächstes tun? Papierkram, dies, das. Und als nächstes könnt ich schon mit der nächsten Sache beginnen,…

29. Januar 2018 simplyjulia

Zeit ist Anfang. Zeit ist Ende. Zeit ist Jetzt. Zeit ist Wende. Zeit ist endlos. Zeit ist Nichts. Zeit heilt Wunden. Zeit zerbricht. Alles hat Zeit. Und niemand hat Zeit. Kommt Zeit, kommt Rat. Die Zeit verspricht. Zeit beglückt und Zeit betrübt. Zeit ist zeitlos. Zeit belügt. Nimm dir Zeit. Zeit nicht zu messen. Zeit zu leben. Zeit zu vergessen. Timeout. Gedankenverloren schaue ich den kleinen Wellen hinterher, die durch das Flussbett huschen, versuche eine mit dem Auge zu erhaschen und mit meinem Blick zu verfolgen. So schnell ist sie hinter dem nächsten Stein verschwunden. Nur eine Sekunde. Dann hab…

21. Januar 2018 simplyjulia

Hier stehe ich. Zwischen Baum und Hofgarten. Mit einem Fuß in meinem alten und mit dem anderen in meinem neuen Leben. Zumindest fühlt es sich so an, wenn übernatürlich viele Veränderungen auf einmal zusammenkommen. Schritt für Schritt verlasse ich mein altes Leben, meine Heimat und alles Vertraute und tauche ein in meine neue Welt, wo ich bald zu Hause sein möchte. Wo ich noch nichts und niemanden kenne und mir alles vertraut machen muss. Es fühlt sich gut an. Hier, zwischen Baum und Hofgarten, zwischen Basilica und Rathausplatz, zwischen Alpenspitzen und Altbauten, zwischen Angst und Hoffnung. Und trotz dieser Angst…

15. Januar 2018 simplyjulia

Welke Rosen auf dem Tisch. Grünliches Wasser und ein leeres Glas Wasser daneben. Regen prasselt auf das Dachfenster und die Heizung tröpfelt leise. Lange war ich nicht hier, ist alles vertraut und doch fremd. Ein ganz normaler Montag. Die Tür fällt hinter mir ins Schloss. Mein Blick wandert dahin, wo eigentlich die Kerze stehen sollte. Keine Kerze. Kein Licht. Ich komme daher, wo ich mich besser fühle. Bei dir. Jetzt, wo ich hier bin, weiß ich, dass was fehlt. Klares Wasser, weiße Rosen, eine silberfarbene Kerze und ein paar Kräuter. Für die Küche. Bald wird es anders, nehm ich mir…

14. Januar 2018 simplyjulia

Einatmen. Ausatmen. Durchatmen. Tief atmen. Tannenduft liegt in der Luft. Ein Schritt, zwei Schritte auf weichem Grund. Wie auf Wolken, aber Tannennadeln. Leises Knacken, dürre Äste, Boten des Sturms, der gewütet hat. Frische Luft. Einatmen. Ausatmen. Durchatmen. Nebelschwaden. Dahinter Nadelbäume. Dahinter Bergkuppen. Dahinter noch eine Bergkette. Dahinter Nichts. Weite. Alles verschwimmt im Nebelkleid. Weiße Endlosigkeit. Einatmen. Ausatmen. Durchatmen. Auf dem Gipfel der Welt. Ganz oben. Von hier aus ist alles klein und bedeutungslos. Ein Windhauch trägt mich noch weiter hinauf. Mit jedem Schritt tauche ich ein. In ein neues Bild. Mit einem neuen Baum, umhüllt vom tiefen Weiß des Naturschauspiels….

9. Januar 2018 simplyjulia 2Comment

Es ist einfach. Man muss sich nicht einmal anstrengen dafür. Denn das Leben hält uns immer die ein oder andere Überraschung bereit. Es kommt alles von ganz allein. Schneeflocken. Eisblumen. Eine, zwei, drei auf meiner Wange. Sie schmelzen auf meiner warmen Haut. Leise knirscht der Schnee unter meinen Füßen und ich atme frische Waldluft ein. „Komm, ich mach ein Foto von dir!“. Janine schnappt sich meine Kamera und ich werfe schnell meine Fototasche ab und laufe Richtung Tanne, die am Wegrand steht, um mich zu positionieren. Warum hier? Warum gerade jetzt? Intuition? Wir gehen einfach unserem Gefühl nach und schon…