5. April 2018 simplyjulia 0Comment

Sturmböen. Die dürren Bäume wiegen sich vor meinem Fenster im Wind. Am Horizont der Lichtstreifen. Alpenspitzen, die aussehen, als würden sie in Flammen stehen. Heftig prasselt der Regen gegen mein Fenster. Von einer Sekunde zur anderen hängt ein dicker, grauer Schleier am Himmel. Durch das offene Fenster kommen Windstöße herein und peitschen den Regen immer stärker gegen das Fenster.

Ich starre auf den Lichtstreifen am Horizont und hoffe.

Aprilwetter. Hoch und Tief. Ein einziger Wechsel. Und meine Gedanken machen mit.

Ich öffne die Balkontür und setze meine nackten Füße auf die kalten und nassen Fliesen. Ich spüre die Regentropfen auf meiner Haut. Ich strecke mein Gesicht nach oben, dem Himmel entgegen und gehe noch einen Schritt nach vorne. Jetzt prasselt der warme Regen auf mein Gesicht. Meine Augen sind geschlossen und ich atme tiefer ein. Spüre, wie die einzelnen Tropfen mein Gesicht bedecken, wie sie meine Wange hinunterlaufen und an der Nasenspitze hängen bleiben. Schlussendlich tropfen sie auf meine nackte Brust.

Aprilwetter. Der Wind bläst mir kalt ins nasse Gesicht und lässt mein Haar hinter mir aufwirbeln. Und meine Gedanken auch.

Der Regen wird sanfter. Dann schlagartige Stille. Immer noch Windböen, aber ruhiger. Einzelne Sonnenstrahlen durchbrechen den grauen Schleier und lassen die Schauer verstummen. Noch ein Strahl und noch zwei. Auf meiner Haut wird es warm. Es kitzelt, wenn sich die Tropfen in Luft auflösen.

Aprilwetter. Ich öffne die Augen und der Schleier wandert weiter, Richtung Horizont, wo die Alpenspitzen in Flammen stehen. Ein sanfter Windhauch streichelt mir den Nacken. Über mir wird es strahlend hell und meine Gedanken machen mit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.