24. Mai 2018 simplyjulia 0Comment

… ist Sehnsucht. Sehnsucht ist wie bitterer Kirschsaft auf der Zunge und wie traurige Musik, um ein leeres Herz zu füllen. Man muss einfach loslassen, um sich davon zu befreien.

Loslassen …

… ist wie festhalten. Nur andersrum. Eigentlich ganz einfach. Nur in schwierig.

Lass es los, das rote Stück Stoff. Du hältst dich immer noch daran fest, dabei steht es dir überhaupt nicht mehr. Früher auch nicht. Früher, ja früher da hast du es einfach getragen. Aber schon damals hat es nicht zu dir gepasst. Lass es los, denn es flattert so schön im Wind und wäre schnell mit dem nächsten Windhauch verschwunden.

Aber es ist rot. Sagst du. Rot ist deine Farbe. Sagst du.

Dabei hat es noch nie zu dir gepasst. Lass es los, das rote Kleid. Denn es kleidet dich schon lange nicht mehr. Ich kann nicht. Sagst du. Ich will nicht. Ich kann nicht. Sagst du. Es ist, als würde es an meinen Fingern kleben. Loslassen. Was ist das? Fragst du mich.

Loslassen …

… ist wie klammern. Nur andersrum. Eigentlich ganz leicht. Wie der Windhauch, der das rote Stück Stoff davontragen könnte.

Lass ihn los, den roten Fetzen. Lange genug hältst du ihn fest, er ist schon ganz schmutzig.

Und es wird schwerer, je schmutziger es wird. Löse deine Finger. Es kostet dich so viel Energie es zu halten. Ich kann es halten. Sagst du. Ich bin stark. Flehst du. Ich schüttle den Kopf. In deinen Augen blitzt die Angst. Tut es weh, wenn ich loslasse?

Es ist rot. Sage ich. Es hat dir immer weh getan. Du wolltest es so. Du kannst es ändern.

Loslassen …

… ist wie dauernd daran denken. Nur andersrum. Aber nicht vergessen.

Lass es los, das rote Stück Stoff. Eine Sekunde und du bist frei. Such dir aus der Unendlichkeit der Farben eine andere aus. Und du öffnest dein Herz. Löst deine Finger. Du lässt los. Und es flattert. Im Wind. So schön hast du es noch nie zuvor gesehen.

 

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